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Am Brunnen vor dem ToreVermutlich bis in die Nachkriegszeit stand unterhalb des Steinheimer Maintors, gegenüber dem heutigen "Shooters", in der Illerstraße, ein kleiner Brunnen. Auf mehreren alten Fotoaufnahmen und Bildern ist er dokumentiert. Nun will ein rühriger Kreis von Steinheimer Bürgern den Brunnen wieder aufbauen, um für die Bürger ein Stück Geschichte zurückzuholen sagt der Vorsitzende der Abchasienhilfe Eugen W. Krammig.

Zusammen mit der Steinheimer Augenärztin Birgitta Messing hat er die "Brunneninitiative" gestartet, die mittlerweile von einer Handvoll Bürgern unterstützt wird. Der Kreis hofft dabei auf grünes Licht von der Stadt Hanau.

Auslöser für den Vorstoß waren laut Krammig auch Hinweise darauf, dass möglicherweise der Text des bekannten Volksliedes "Der Lindenbaum" (Am Brunnen vor dem Tore) mit Steinheim zu tun hat.

Am Brunnen vor dem Tore
Da steht ein Lindenbaum:
Ich träumt in seinem Schatten
So manchen süßen Traum.

Ich schnitt in seine Rinde
So manches liebe Wort;
Es zog in Freud und Leide
Zu ihm mich immerfort.

Ich musste auch heute wandern
Vorbei in tiefer Nacht,
da hab ich noch im Dunkel
die Augen zugemacht.

Und seine Zweige rauschten,
als riefen sie mir zu:
"Komm her zu mir Geselle,
hier findest du deine Ruh!"

Die kalten Winde bliesen
Mir grad ins Angesicht,
der Hut flog mir vom Kopfe,
ich wendete mich nicht.

Nun bin ich manche Stunde
Entfernt von jenem Ort,
und immer hör ich´s rauschen:
du fändest Ruhe dort!

Dafür gibt es immerhin einige Indizien. Die Örtlichkeiten stimmen. Und schließlich war Johann Ludwig Wilhelm Müller ( 07. Oktober 1794 in Dessau, gestorben 01. Oktober 1827 Dessau), der die bekannten Zeilen für das später von Franz Schubert vertonte Gedicht schrieb, als Freiwilliger des preußischen Heeres auch bei der Schlacht bei Hanau im Jahre 1813 gegen das napoleonische Heer dabei. Zudem verkehrte Müller wohl in den Künstlerkreisen um Bettina von Arnim und Clemens von Brentano, die sich im nahe gelegenen Hofgut Trages trafen. Ob Steinheim die Entstehung des Liedes für sich reklamieren kann, "soll noch näher geprüft werden", so der Vereinsvorsitzende. Wenn sich die Hinweise erhärten, will die Initiative eine entsprechende Tafel an dem nachgebauten Brunnen anbringen. Die Stadt Hanau und Stadtrat Ullrich Müller unterstützen die Initiative, nur der Denkmalbeirat muss nun noch grünes Licht geben.

Die Steinheimer Parteien der CDU, SPD, FDP, BFH und Grüne unterstützen diese Aktion unter der Leitung von Ortsvorsteher Jürgen Sticher. Mit im Boot ist die Initiative Steinheimer Altstadtbewohner (ISTA), der Heimat und Geschichtsverein, die Interessengemeinschaft Steinheimer Vereine und Verbände (IGSV), Abchasienhilfe e.V., die Vorsitzenden Wolf Voigt (IGSV), Eugen W. Krammig (Abchasienhilfe), Dr. Michael Frey, Dr. Birgitta Messing, Stellv. Stadtverordnetenvorsitzende Waldtraud Hoppe, Holger B. Vogt, Gernot Gesser, die Gaststätte Shooters mit den Inhabern Marco und Helmut Kunkel. Für die Planung zuständig ist Dipl. Ing. Wolfgang Stojanik aus Steinheim, der zur Zeit mit dem Denkmalbeirat die Pläne erstellt.

Dank sei auch hier an dieser Stelle den Heimatzeitungen der Hanau Post, Heimat Post und dem Hanauer Anzeiger gesagt, die, die Initiative bei ihrer Arbeit begleiten werden. Laut vorläufigen Kostenvoranschlag soll die Errichtung des Projektes rund 10.000,00 Euro betragen. Die Abchasienhilfe e.V. hat ein Konto bei der Frankfurter Volksbank BLZ 501 900 00, Konto 5029066, Stichwort Brunnen, eröffnet.

Quelle: Abchasienhilfe e.V.
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